Manche mögen’s heiß in San Diego

Coronado – hier flirtete Marilyn Monroe mit Tony Curtis und Jack Lemmon. Und das nicht nur in dem Film „Manche mögen’s heiß“. Das wunderschöne Hotel, wo die Dreharbeiten damals stattfanden, steht immer noch und leider ist kein Geheimtipp mehr. Weniger bekannt dagegen, besonders unter den Europäern, ist der einzige öffentliche Golfplatz auf der Halbinsel, der den gleichen Namen trägt. Dabei hat dieser Platz im Golf-Digest-Ranking „Best Places to Play” sogar 4 Sterne erreicht und wurde mehrmals als „Best Value“ auf dem Portal „greenkeepers.org“ ausgezeichnet! Er ist, leicht aus San Diego zu erreichen, besitzt ein nettes Klubhaus mit einer schönen Terrasse und einen guten Koch. Sicher haben diese Merkmale einen Einfluss auf seine Beliebtheit. Denn als ich dort das erste Mal spielen wollte, musste ich feststellen, dass es gar nicht so einfach, eine Startzeit zu bekommen, ist. Der Platz war ständig rege besetzt. Seine ausgesprochen niedrigen Green-Fee-Gebühren wirken wie ein zusätzlicher Magnet. Die 18-Loch-Runde kostet zwischen 30-35$, im Twillight sogar die Hälfte! Aber das Wichtigste ist, dass der Platz einfach wunderschön ist. Sogar ganz bekannten Promis spielen hier. Es wird unter Insider eine (hoffentlich) Anekdote erzählt, dass man hier Bill Clinton bei ziemlich unehrenhaftem Ballverschieben beobachtete.

Das gesamte Areal ist sehr flach und bildet eine halbrunde Einheit, die bis zu siebzig Prozent vom Wasser umgeben ist. Im Zentrum steht das Klubhaus mit Restaurant, Pro-Shop und Trainingsareal. Die oft einen Bogen bildenden Bahnen liegen eng beieinander, und damit man exakt den eigenen Fairway trifft, ist man gezwungen, sehr aufmerksam zu spielen. Dabei handelt sich auf keinen Fall um die kurzen Bahnen – für die Frauen von den blauen Abschlägen sind insgesamt 6590 Yards (6026m) bei CR=78,3 und Slope Rating 137! Lange, präzise Schläge sind also angesagt. Zum Glück gibt es wenig Wasser direkt auf dem Golfplatz, wenn man die Bahnen entlang des Ufers nicht mitrechnet. Auch mit den Sandhindernissen übertrieb der Architekt Jack L. Daray nicht. Der Rough ist unkritisch, obwohl er mit Palmen, Bäumen und sporadischen Sträuchern bewachsen ist. Und weil der Platz schon über 55 Jahre existiert, sind sie meistens auch schon so groß, dass sie einen angenehmen, schattigen Schirm bilden und dennoch einen freien Blick erlauben. Und dieser ist hier eben grandios – fast von jeder Bahn kann man die Inselumgebung und das Wasser in der Bucht sehen. Mal steht im Panorama die imposante Brücke, die eine Hauptverbindung zu San Diego bildet und unter der die größten Flugzeugträger fahren, mal ist es ein herrlicher Jachthafen, wo die schönsten Boote wackeln. Die leichte Pazifikbrise bringt eine wohltuende Frische ins Spiel. Und wenn man keine Schläger dabei hat, ist dies auch kein Problem – man kann sie im sehr gut ausgestatteten Pro-Shop ausleihen, kaufen oder die alten reparieren lassen. Ausprobieren und üben kann man gleich daneben. Aber es gibt noch einen Grund, warum ich ausgerechnet diesen Golfplatz empfehlen würde – es herrscht hier eine wunderbare, freundschaftliche Atmosphäre, in der man sich richtig willkommen fühlt.

 

 

Foto> Hotel del Coronado/Beach Village at The Del